„Gemeinschaft, Engagement und die Kraft der Musik“: Eine kurze Unterhaltung mit Sigrun Schumacher…

Freinsheim | 06. Mai 2026 | Bettina Rohmann-Lawrenz
Wohltätigkeit, persönliche Begegnungen und kulturelle Impulse – dafür steht der Lions Club Freinsheim, exemplarisch als einer von rund 1.600 Service-Clubs von Lions Clubs International in Deutschland. Doch wie sieht dieses Engagement konkret aus? Wer sind die Menschen, die sich heute ehrenamtlich einbringen, ihre Freizeit investieren, um Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen zu organisieren und Spenden zu sammeln? Diesen Fragen gehen wir nach. In unserer Serie „Freinsheimer Lions im Dialog“ sprechen wir mit unseren Mitgliedern darüber, warum sie sich engagieren, was sie motiviert und wie sie die Arbeit der Lions in Deutschland erleben. Den Auftakt macht unsere Lionsfreundin Sigrun Schumacher.
Sigrun Schumacher bei einer ihren Performances
Sigrun Schumacher bei einer ihrer zahlreichen Performances | Sigrun Schumacher


 

Sigrun, erzähl doch mal: Wer bist du, was machst du und wie hat dein Weg dich zum Lions Club Freinsheim geführt?

Ich bin Sigrun Schumacher, Jazz- und Popsängerin aus Leidenschaft und Gesangslehrerin mit Herz. Neben der Musik arbeite ich auch noch im Büro, was für mich einen schönen Ausgleich schafft.

Zum Lions Club Freinsheim bin ich im Sommer 2020 gekommen, inzwischen sind es also schon fast sechs Jahre. Damals wurde ich von Freunden vorgeschlagen und ich habe mich wirklich sehr über diese Wertschätzung gefreut. Für mich war schnell klar, dass ich mich einbringen und meine Stärken nutzen möchte, um etwas Sinnvolles zu bewegen. Als aktive Künstlerin weiß ich natürlich, wie man Menschen zusammenbringt und beispielsweise ein Benefizkonzert auf die Beine stellt. Genau das konnte ich von Anfang an einbringen. Besonders spannend war für mich auch, dass ich eine der ersten beiden Frauen im Club war. Das klingt heute vielleicht ungewöhnlich, aber genau diese neue Perspektive hat dem Club zusätzliche Impulse gegeben und das macht es für mich bis heute so besonders.

 

Gab es einen ganz bestimmten Moment, der dich dazu bewegt hat, dich ehrenamtlich zu engagieren, oder war es eher ein Prozess?

Es war tatsächlich weniger ein einzelner, prägender Moment als vielmehr eine stimmige und schöne Gelegenheit, die sich ganz natürlich ergeben hat. Ehrenamtliches Engagement hat mich schon lange begleitet und ist für mich fast so etwas wie ein roter Faden im Leben. Ob in der Elternarbeit oder in verschiedenen Vereinen: Ich habe immer gespürt, wie erfüllend es ist, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit anderen etwas zu bewegen.

Der Lions Club ist für mich deshalb kein Neuanfang gewesen, sondern vielmehr ein weiterer, sehr wichtiger Baustein meines Engagements. Hier habe ich die Möglichkeit, meine Zeit, meine Erfahrungen und auch meine Kreativität gezielt für gute Zwecke einzusetzen. Es geht mir dabei nicht nur um konkrete Projekte, sondern vor allem um das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich aktiv für andere stark macht und gesellschaftliche Verantwortung lebt. Genau dieses Miteinander und der Wunsch, etwas Sinnvolles beizutragen, treiben mich bis heute an.

 

Was hat sich durch dein Engagement in deinem eigenen Leben verändert?

Durch mein Engagement hat sich in meinem eigenen Leben weniger etwas grundlegend verändert, als vielmehr etwas bestätigt, das ich schon lange empfinde: Es ist bereichernd, sich für andere einzusetzen. Mein Einsatz im Lions Club erlebe ich durchweg als positiv. Besonders schätze ich die gemeinsamen Aktivitäten für wohltätige Zwecke, aber auch die regelmäßigen Clubabende, die den Austausch und das Gemeinschaftsgefühl stärken.

 

Welche neuen Perspektiven hast du durch deine Arbeit im Club gewonnen?

Besonders eindrücklich ist für mich unser zukünftiges Engagement im Rahmen des WASH-Projekts. Dabei geht es um den Zugang zu sauberem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene weltweit, vor allem aber auf dem afrikanischen Kontinent. Es ist beeindruckend zu sehen, wie engagiert die Beteiligten arbeiten, gleichzeitig aber auch erschütternd, wie wenig Ressourcen den Menschen vor Ort zur Verfügung stehen und wie wenig es eigentlich braucht, um Abhilfe zu schaffen. Das führt einem die globalen Unterschiede sehr deutlich vor Augen, motiviert aber auch.

 

Service-Clubs werden manchmal als elitär wahrgenommen. Was entgegnest du solchen Vorurteilen?

Solche Vorurteile gibt es, ja. Natürlich entstehen durch die gemeinsame Arbeit auch Freundschaften und enge Bekanntschaften, das ist ein positiver Nebeneffekt. Aber im Kern geht es doch vor allem darum, Spenden zu sammeln und konkret und unkompliziert da zu helfen, wo Hilfe nötig ist. In unserem Club sind viele verschiedene Berufsgruppen und Altersklassen vertreten, und wir erweitern auch stetig den Frauenanteil. Ich denke schon, dass wir nach außen als offen und zugänglich wahrgenommen werden. Das zeigt sich auch immer in den Reaktionen auf unsere Veranstaltungen.

 


 

Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist?

Ja, ein Herzensprojekt ist für mich ein Benefizkonzert meines eigenen Gesangsduos SILLIS - an dieser Stelle liebe Grüße an Willi Brausch - das wir gemeinsam mit dem Pfälzer Waldverein am Pfälzer Ungeheuersee veranstalten. In diesem Jahr wird es am 3. Oktober bereits zum vierten Mal stattfinden. Es ist jedes Mal ein großer Erfolg, nicht nur finanziell, sondern auch als Erlebnis. Der Eintritt ist komplett frei und Menschen kommen zusammen, genießen die Natur und die Musik. Für mich als Sängerin ist es besonders schön zu sehen, wie Musik Menschen verbindet und ihnen für einen Moment den Alltag erleichtert.

 

Warum sollten sich gerade junge Menschen heute engagieren?

Junge Menschen sollten sich engagieren, weil sie dabei nicht nur Gutes tun, sondern auch persönlich wachsen. Bei den Lions heißt die Jugendorganisation „Leos“ und steht für Leadership, Experience, Opportunity. Die Leo Clubs richten sich an junge Menschen (meist zwischen 16 und 30 Jahren), die sich sozial engagieren wollen. Hier können sie neue Kontakte knüpfen, von anderen Generationen lernen und Verantwortung übernehmen. Für junge Menschen ist es meines Erachtens besonders wichtig, dass sie konkrete Aufgaben bekommen und ihre Erfolge direkt erleben. Das stärkt das Selbstbewusstsein, die eigene Motivation und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu bewirken. Gerade in der heutigen Zeit, die oft von Unsicherheit und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet Engagement einen stabilen Anker. Es verbindet, schafft Perspektiven und vermittelt Werte, die im Alltag nicht immer selbstverständlich sind. Dieses Zusammenspiel aus persönlicher Entwicklung, sozialer Verantwortung und gemeinschaftlichem Erleben ist unglaublich wertvoll und macht Engagement für junge Menschen wichtiger denn je.

Liebe Sigrun, danke dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast….